Bemerkenswert

Tumornachsorge

Heute steht eine Zwischendurch Nachsorge an. Nach dem es bei der letzten Untersuchung, Unregelmäßigkeiten festgestellt worden sind, sollte ich heute zur Kontrolle kommen. Mein Termin war um 8:30 Uhr. 110 Minuten warten bis eine Sonographie am Hals und Kiefer durchgeführt worden ist. -Alles gut- keine Veränderung. Also aufatmen.

Der Doktor ordnete aber noch eine Computertomografie an.

Dann folgte eine Blutabnahme und die Ansage 1,5 Stunden spazieren zu gehen um dann nach den Ergebnissen zu fragen.

Also aß ich etwas in einem in der Nähe gelegenen Restaurant zu Mittag. Ein kleiner Spaziergang um die Klinik herum verkürzte die Wartezeit.

Um 12:30 Uhr waren die Kreatininwerte und der TSH Wert gemeldet worden und im grünen Bereich.

Also ein Stockwerk tiefer in die Radiologie zur CT Anmeldung.

Hurra wieder 1,5 Stunden warten. Mein Handy Akku ging schon in den roten Bereich, vom vielen rum spielen aus langer Weile.

Ich hasse das Kontrastmittel!

Es durch flutete mich warm und kurze Zeit später war mir auch schon Kotz Übel.

Ätzend, mir war ganz kotterig zu Mute, und wankte wieder in die Ambulanz der MKG ( Mund, Kiefer, Gesicht ) Na, toll wieder eine halbe Stunde, im wie immer vollen Wartezimmer die Zeit runter zählen. Eine junge Ärztin zog mir die Braunüle aus dem Arm und meinte ich könne jetzt gehen. !!??

Wie, was jetzt?

Und das Ergebnis?

Sie meinte das würde erst nächste Woche Mittwoch in der Radiologie / Tumor Sprechstunde besprochen und wenn Sie sich nicht melden ist alles gut.

Ist das Ihr Ernst??

Ich warte jetzt eine Woche darauf , NICHT angerufen zu werden ?

Ich bin erschüttert

Da laufe ich eine Woche mit elenden Gefühlen durch die Welt und hoffe darauf, dass es keine weiteren Metastasen in meinem Körper gibt.

Meine Stimmung ist am A….

Hoffentlich fragt mich keiner wie es mir geht.

Gehabt euch wohl

Gruß Andreas

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so sieht es aus, schöner Bluterguss

Krank zu Hause

Das nach Hause kommen war schon die erste Herausforderung. Mit einem Rollstuhl zum Auto meiner Frau rollern und dann Einsteigen. Die Schmerzen waren ordentlich.

Da ich ja so schnell entlassen worden bin, hatte ich keine Gelegenheit mit der Therapeutin das Treppensteigen mit Gehhilfen zu üben. Unsere Wohnung liegt im 1. OG ohne Fahrstuhl.Ich habe es einfach ausprobiert und auch irgendwie geschafft. Hurra endlich wieder zu Hause bei meinen 2 Katern, die erstmal etwas verstört auf die Krücken und den humpelten Papi reagierten. Der beste Sitzplatz ist entweder die Sofaecke oder der Schreibtisch in meinem Büro. Wenn ich still sitze ist alles gut. Aber nach einiger Zeit aufstehen um z.B auf die Toilette zu kriechen, ist echt aua! Die erste Nacht im eigen Bett war viel schlechter wie ich es mir gewünscht hatte. An Schlaf war trotz Medikament kaum zu glauben.

Bei jeder Bewegung durchzuckte mich ein Schmerz. Ich kann entweder gerade auf dem Rücken liegen oder auf der linken Seite. Aber das umdrehen geht nicht ohne Schmerz. Meine rechte Beckenseite ist grün, blau und braun bunt und stark geschwollen.

Das Laufen auf Gehhilfen soll geübt sein, richtige Schrittführung mit Konzentration geht. Aber nun will ich von der Küche ins Wohnzimmer eine Flasche Wasser oder ein Glas holen!. Ich benötige beide Hände zum laufen. Entweder meine Frau bitten(wenn Sie da ist) oder einen Rucksack aufschnallen und ab geht es. Ein wenig Logistik in den eigenen 4 Wänden!

Noch nie habe ich so viele Medikamente auf einmal genommen. Die meisten Nebenwirkungen habe ich vom starken Antibiotikum. Steht ja auch im Beipackzettel. Mein Kiefer ist stark geschwollen, tut aber kaum weh. Ich darf nur weiche oder breiige Speisen essen. Damit der Knochen im Kiefer nun hoffentlich anwachsen kann. Es tut hin und wieder weh, es pocht und ist schön warm. Heute morgen habe ich erstmal meinen Boss angerufen, um ihm in Kenntnis gesetzt. Über meine Arbeitsunfähigkeit von über „erstmal“ 4 Wochen konnte er sich nicht so freuen. Geplant waren für ihn 3 Wochen. Und ich bin mir noch sehr unsicher , ob es dabei bleibt. Mal schauen wie sich mein Heilungsprozess so gestaltet? In zwei Tagen muss ich wieder in die Klinik zum Fäden ziehen. Nach der ersten OP hat das Fäden ziehen erst nach 2 Wochen geklappt. Ich mache es mir auf dem Sofa bequem und mache ein Mittagsschläfchen, weil ich heute Nacht den Super Bowl geschaut habe.

Entlassung aus der Klinik

Damit habe ich erst nach dem Wochenende gerechnet!

Ich werde heute am Freitag den 1. Februar aus dem Krankenhaus entlassen.

Die letzte Nacht war vom Schlaf her, ok.

Morgens das übliche Prozedere, Vital Funktion Kontrolle, das Frühstück und die Putzfrau kommen, gleichzeitig. Die Medikamente werden bereit gestellt und die erste Infusion wird angelegt. Keine Zeit mal vorher auf die Toilette zu gehen.

Die Schwester besorgte mir einen“ Fahrer“ in die Ambulanz runter. Dort saß ich erstmal eine 3/4 Stunde, bevor mir Dr.Dr. W. den Rendon Schlauch mit einem hässlichen Geräusch aus der Narbe zog. Hat gar nicht weh getan. Eine kurze Kontrolle der beiden Narben – alles ok –

Kurz noch eine Röntgenaufnahme vom Kiefer gemacht, eine Krankschreibung für die nächsten 4 Wochen entgegen genommen und schon wurde ich wieder von einem Pfleger im Rollstuhl abgeholt und auf Station gerollt.

Jetzt warte ich noch auf meine Entlassungspapiere und meine Frau die mich abholt. Mal sehen wie ich mit den Gehhilfen zurecht komme.

imOP

3.Tag im Krankenhaus

Am dritten Tag nach der Operation geht es mir schon besser. Die Narbe am Hals merke ich wenig, selbst nachts drauf liegen geht. Der Redon Behälter aus der Narbe der Hüfte ist gestern schon gezogen worden. Heute Mittag hat die Stationsschwester den Blasenkatheter gezogen, dass ist sehr unangenehm, und meine Blase funktioniert wieder alleine. Ich darf außerhalb des Bettes sitzen und muss nicht mehr auf dem Rücken liegen. Schon ganz angenehm wieder mehr selbst steuern zu können.

Das Essen hier im Krankenhaus ist für Patienten wie mich, die eine schwere Kiefer Operation hinter sich haben, eine Herausforderung. Morgens, mittags und abends das gleiche püriertes Essen herunter zu würgen, weil ich nichts kauen darf. Wenn es es wenigstens noch geschmacklich punkten würde! Tut es aber nicht. Immer der gleiche billige nach xyz Geschmack Marke Gastro oder ähnliches. Warum muss selbst süßes Brandheiß sein ? Wegen möglicher Bakterien oder so. Da sind mir die Schmerzen schon fast lieber. Meine Frau hat mir Apfelmus mitgebracht, welches ich genieße. Aber richtigen Hunger habe ich auch wieder nicht, sehr wahrscheinlich werde ich wieder 5-7 Kilogramm abnehmen. Jetzt warte ich auf die Physiotherapeutin, damit ich mit der Gehhilfe den Flur hoch laufen darf. Bei Bewegung meines Beckens bzw. Hüfte verspüre ich heftige Schmerzen. Besonders fies ist Husten. Wenn ich hier so still im Stuhl sitze, ist alles gut. Der Arzt der mich operiert hat, war vorhin da und meinte die Narben sehen sehr gut aus. Eventuell kommt morgen der 2. Redonbehälter aus meinem Hals raus. An das ziehen erinnere ich mich letztes Jahr noch sehr gut – schmerz und geräuschvoll. Durch den Unterdruck entsteht ein „Plopp“ Geräusch.
Und das schlimmste daran ist, dass mir die gleiche Kiefer Operation in maximal einem halben Jahr noch einmal blüht, wenn die Titanschiene entfernt wird.

Bild Quelle: pixabay

Die Rekonstruktion meines Kiefers

Kaum zu glauben, der neuerliche Operationstermin hat nun stattgefunden. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich auf so etwas freuen könnte.          Gestern am 28.1.2019 war es gegen 9:40 soweit. Mein Plattenepitel -karzinom ist vor 13 Monaten aus meinem Kiefer entfernt worden.          Diese Lücke sollte nun gestern mit einem Beckenspan gefüllt werden. Hier zu wurde ein Stück von der Innenseite meines Becken entfernt und gleich wieder oben eingesetzt. Als ich im Aufwachraum der Klinik wieder aufwachte, merkte ich gleich die stärker werdenden Schmerzen in meiner Hüfte. Nach Einnahme zweier Schmerzmittel begann das alte Spiel wie nach der ersten Operation.

Mir wurde plötzlich Speiübel und kotzte alles aus was mein Magen so hergab- nämlich nichts. Nur Magensaft. Was sich äußerst schmerzhaft in der frischen Narbe bemerkbar machte. Aber die Schmerzen wurden schnell stärker, also wieder per Venenzugang Nachschlag. Und wieder raus damit. Ich habe nicht mehr mitgezählt wie oft.                                                        Meine Sauerstoffsättigung war auch nicht doll. Da ich ja immer noch müde war, wollte ich eben auch weg nicken, was aber die resolute OP Schwester nicht wollte.

Insgesamt habe ich 7 Stunden im Aufwachraum verbracht bis es mir so weit gut ging um völlig erledigt auf meine Station zu kommen. An Schlaf war kaum zu denken, irgendwie hatte genug geschlafen. Ich hatte überhaupt kein Zeitgefühl mehr.

Am frühen Morgen bemerkte ich, dass ich seit 24 Stunden nicht mehr pullern war. Mein Bauch würde immer voller und prall gefüllt. Aber Urin wollte nicht in die Flasche kommen. Meine Bauchschmerzen wurden schnell stärker. Ich drückte die Notklingel. Eine Schwester mit eiskalten Fingern tastete mich ab, und sagte das Sie einen männlichen Kollegen holen würde. Es kamen gleich 2 Pfleger. Sie entschieden sich für einen Blasenkatheter. Na toll das hat mir gerade noch gefehlt. Unter leichter örtlicher Betäubung steckten Sie mir einen ungefähr 25 cm langen Schlauch in den Penis. Sehr unangenehm. Aber es liefen 700 ml. Urin heraus. Normalerweise ist die Blase schon bei 500 voll.

Nun liege ich hier mit meiner schmerzenden Hüfte und bei jeder Bewegung schmerzenden Schniedel.

Zu guter letzt kamen gegen Mittag 2 Pfleger zum Waschen. Das ganze im Bett liegend. Die waren nicht zimperlich mit mir. Soviel Bewegung konnte ich noch nicht. Später kam noch eine Therapeutin, die mich weiter bewegen wollte. Inklusive das erlernen an Gehhilfen zu laufen. Das lehnte ich dann kurzerhand ab. Schmerzen hatte ich für heute schon genug.

Symbolbild Medizin

Nachsorge Termin erledigt

Geschafft… heute hatte ich meinen Nachsorge Termin im Krankenhaus.

Ich war als erster Patient im neuen Jahr in der MKG Ambulanz eingeplant. Da ja Brückenwoche ist war der Berufsverkehr heute nicht vorhanden. Ich bin mehr als schnell durch gekommen, bin eher zu früh angekommen. Zuerst bin ich in die Zentrale Patienten Aufnahme gegangen, um mich anzumelden. In der MKG Ambulanz war ich der zweite Patient. Mein Termin war um 9:00 Uhr. Dran gekommen bin ich um 9:40. Hier im Wartezimmer, habe ich schon Stunden meines Lebens verbracht. Der Dr. Dr. S. ( er hatte mich vor einem Jahr operiert) bat mich ins Behandlungszimmer. Durchgeführt wurde eine Sonographie im Bereich des Kiefers und Halses. Nach mehreren Unterbrechungen durch andere Ärzte und einen Zahn ziehen im Nebenbehandlungsraum, ging es bei mir weiter. Die Untersuchung des Dr.Dr. stellte er keine Auffälligkeiten fest. Auf Atmen.

Da ja meine nächste Operation für den 28.1.19 geplant ist, klärte mich der Arzt über die Risiken auf – Blutungen, Einschränkungen der Zunge, des Kaumuskels, Geschmack, hängende Mundwinkel oh je oh je ! Kann vorkommen teils zeitweise oder sogar dauerhaft!! Oh Gott hoffentlich nicht.

Der Arzt muss mich ja Aufklären.

Bei mir wird ein Stück (5cm) Beckenknochen entnommen und wieder in den Kiefer eingesetzt, wo vor einem Jahr der Tumor entfernt worden ist.

Also 2 unterschiedliche Eingriffe in einem Rutsch. Dauer ca 2 Stunden.

Nach der Besprechung würde ich zur Anästhesie Abteilung weiter geschickt,                                                      zum Narkose Gespräch in Haus 1.

Erst musste ich 3 Seiten Fragebogen über meine körperlichen Voraussetzungen ausfüllen, Vorerkrankungen und Medikamente und so weiter. Nach einiger Wartezeit kam ich dran. Ein sehr junger Doktor führte das Gespräch.

20 Minuten später war ich fertig. Eine Last viel von mir ab. Weil meine Hoffnung dahingehend sind, dass die OP nun tatsächlich stattfinden wird. Die 2 fache Verschiebung hat mich echt fertig gemacht. Heute sind meine Erwartungen erfüllt worden. Da freue ich mich erstmal drüber. Ich bin wieder entspannter.

In diesen Sinne wünsche ich euch einen schönen Januar.

Gehabt euch wohl

Gruß Andreas

Bild Quelle:pixabay

Blutentnahme

Tumor Nachsorge

Ich hasse diesen Begriff, aber ich habe keine Wahl weil es ist ja nur zu meinem besten. Alle drei Monate die Fahrt ins Krankenhaus. Um so näher der Termin voran schreitet, um so mehr baut sich der Druck auf, auch wenn ich das versuche locker zu sehen, weil bisher keine Metastasen gefunden worden sind. Aber Gefühle auszublenden und teils nicht zu zulassen, klappt halt nicht immer. Na ja Weihnachten lenkt mich ab, wir versuchen die freien Tage zu genießen. Zwischen den Tagen muss ich arbeiten, da wird nicht all zu viel los sein. Für Sylvester haben wir nichts vor, was mir entgegen kommt. Zu Hause zu sein ist auch schön. Unseren beiden British Kurzhaar Kater freuen sich (hoffentlich) auch.

Der Termin ist gleich am 2. Januar 2019 um 9:00 Uhr also nicht viel Zeit zum Nachdenken. Meist bin ich dann wie ferngesteuert in der Klinik. In die Anmeldung und dann in die MKG Ambulanz (Mund Kiefer Gesicht) danach zur Abteilung Sonographie und… warten…. warten, ich hasse es dieses gewarte, aber ich bin auch nicht der einigste hier. Da mein OP Termin ja nun schon zwei mal verschoben worden ist, bin ich gespannt, ob die Vorbesprechung mit den Anästhesie Gespräch auch am 2.1. erledigt wird. Bis dahin Augen zu und durch. Nützt ja nix.

Bis dahin wünsche ich allen besinnliche Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr.

Gehabt euch wohl

Gruß Andreas

Sonnenuntergang in Mecklenburg Vorpommern

2. Absage der Operation

Moin und Hallo

Nachdem ich im Oktober 3 Wochen zur Medizinischen Rehabilitation war, geht es mir soweit ganz gut. Die Reha Klinik im tiefsten Mecklenburg hat mir gut getan. Es war viel Sport und Bewegung angesagt, von morgens bis abends nach Stundenplan wie in der Schule. Die geben sich viel Mühe mit den Patienten. Es gibt 3 Stationen- Pneumologie(Lunge), Psychosomatik, und die Onkologie auf der ich unter gebracht war. Schnell habe ich gemerkt, dass ich mit meinen Krankheitsverlauf viel Glück hatte. Da gab es viele andere, denen es viel schlimmer ergangen ist als mir.              Das weiß ich jetzt viel besser zu schätzen.

yPmL1OvYTwy8Owb+c3qM9wKurz vor meinem Ende der Rehabilitation, rief mich die Klinik aus Hamburg an, und teilte mir mit, dass mein Operationstermin abgesagt bzw. verschoben werden muss. Wegen anderer Lebensbedrohenden Erkrankungen anderer ! Das hat mich erstmal umgehauen. Alle meine Pläne für die nähere Zukunft waren geplatzt. Ich hatte einige andere Termine drum herum fixiert. Ich war echt geknickt. Aber was soll’s!                         Muss ich akzeptieren, ob ich will oder nicht.                                                                                                                   Die OP war für den 2.11.18 direkt nach meiner Reha geplant. Also musste ich direkt danach wieder zur Arbeit erscheinen. Ich ließ es ruhig angehen und wollte meine neu gewonnene Kraft sinnvoll einsetzen. Der neue Termin war nun am 14.1.19 terminiert. Die OP Besprechung mit Anästhesie Gespräch sollte am 17.12.18 stattfinden. Als ich am Freitag davor abends nach Hause kam, hatte ich eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, worin mir eine Schwester der MKG mitteilte, dass der Termin am Montag den 17.12 nicht stattfinden sollte, sowie auch der Operationstermin nicht.                                                                                            Ich könnte kotzen!! Schon wieder. Unglaublich.                                                                                                              Ich beschloss trotzdem am Montag morgen in die Klinik zu fahren, um dass zu klären. Nun sitze ich mal wieder in dem Wartezimmer der MKG Ambulanz in der ich schon Stunden meines Lebens mit Warten verbracht habe und warte, dass ein Arzt für mich Zeit hat.

Schon 1,5 Stunden später saß ich mit Dr. K. im Besprechungsraum und erzählte von meinen verschobenen Terminen.

Kaum zu glauben, aber der Grund für die verschobenen Operationen ist, dass die Klinik zu wenig Anästhesie Kräfte im OP haben. Klassischer Fachkräftemangel. In anderen Krankenhäusern ist das auch so. Ich hatte noch Glück, anderen Patienten ist schon 4 x abgesagt worden. Ärzte haben die genug. Da ich auch aus meinem Nachsorge Rhythmus raus bin, habe ich gleich am 2.1.19 morgens einen Sonographie Termin bekommen. Nach einiger Zeit der Beratung mit dem Oberarzt Dr. Dr. L. soll es jetzt am 28.1.19 los gehen. Aber das glaube ich erst, wenn das tatsächlich klappt. Ich bin trotzdem genervt, aber es hat sich gelohnt extra in die MKG Ambulanz zu fahren um einwenig Druck zu machen.

Nun verbringe ich Weihnachten und Sylvester mit der unschönen Aussicht auf die nächste Tumornachsorge am 2.1.19.

Ich versuche meinen Gefühlen ein zu reden, dass alles gut ist und bleibt. Komischer weise freue ich mich irgendwie auf die bevorstehende Operation, ich weiß das es nicht so lustig wird, aber dann habe ich eine weitere von drei hinter mir.

Ich wünsche allen eine besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Gruß aus Hamburg von Andreas

Bemerkenswert

der Weg zurück in die Normalität

Moin und ein herzliches Willkommen zurück zum zweiten Teil meiner Krebs Diagnose.

Nach meiner Krebserkrankung war ich ungefähr 2 Monate krankgeschrieben und irgendwie hatte ich dann wieder ein gutes Gefühl zu mir selbst.

Ein Trugschluss wie sich wenige Monate später herausstellte.

Mir fiel zu Hause die Decke auf den Kopf. Um auf andere Gedanken zu kommen,
wollte ich zurück ins Arbeitsleben.

In der Firma in der ich angestellt bin, unterliegt einem Saisongeschäft.

Im Winter ist ganz wenig los und im Sommer tobt der Bär.

Am Anfang ließ ich es erstmal etwas ruhiger angehen. Die Saison startet so ende März. Ab da nahm der Trubel auch gleich zu.

Und plötzlich brannte es bei uns extrem.

Ursache war, das ein Mitbewerber
seinen Geschäftsbetrieb plötzlich eingestellt hatte.
Die Kunden stürmten uns regelrecht. Das Telefon stand nicht mehr still und ich kam kaum zu meinen eigentlichen Aufgaben.

Uns fehlte ein Mitarbeiter , der zum Anfang April gekündigt hatte.

Mein Aufgabengebiet vergrößerte sich.
Und alle mußten richtig ran klotzen.
Normalerweise macht mir sowas nicht soviel aus.

Aber „Normal“ war bei mir gerade nicht.

Meine Erkrankung hat mich doch ganz stark geschwächt. Ich kam schnell an meine körperliche und auch seelischen Grenzen.

Mir ging es rapide schlechter. Mein Akku war andauernd im roten Bereich.

Ich schaffte es nicht mehr zu entspannen und mich in meiner wenigen Freizeit zu erholen.
Meine Ärztin gab mir den Rat, eine Gesprächstherapie für einem Psychologen zu beantragen. Damit ich über meine Ängste und Sorgen bezüglich meiner Krebserkrankung sprechen konnte.
Ich stellte bei meiner Krankenkasse einen Antrag auf eine Therapie auf Grund meiner Diagnose. Dem wurde auch zügig statt gegeben. Ganze 12 Sitzungen wurden mir genehmigt.
Einen Therapeuten zu finden ist eine schwierige Aufgabe, weil die meisten schon lange Wartelisten führen und oft keine neuen Patienten aufnehmen.
Aber ich hatte Glück und bekam einen Tip, und siehe da es klappte relativ zeitnah.
Ich musste mir eingestehen, dass ich überhaupt nicht mit der Krankheit umgehen konnte. Darüber reden tut gut und ich wollte nicht meine Ehefrau andauernd damit belasten. Sie hat mich sehr stark unterstützt.
Dafür Danke ich ihr sehr.

Bei der Arbeit ging im April bei mir nichts mehr. Ich hatte keine Kraft mehr. Seelisch ging es weiter abwärts.Ich befand mich in einer Gedanken Spirale aus der ich nur schwer ausbrechen konnte. Schnell merkte ich, dass es so nicht weiter ging.In der Firma hatte der Stress Level ungeahnte Höhen angenommen.
Die Entscheidung viel mir komischerweise schwer, da ich ja meine lieben Kollegen nicht im Stich lassen wollte. Was natürlich sich nur in meinen Gedanken widerspiegelte. Ich habe dann die Reißleine gezogen und habe mich krank schreiben lassen.

Meine Verfassung war miserabel.
Nach mehrmaligen Besuchen und weiteren gelben Zetteln, riet meine Hausärztin mir eine Rehabilitation bei der Rentenversicherung zu beantragen.

Der Papierkram dafür war immens. Tausend Zettel erschwerten mir den Durchblick

Aber es hat sich gelohnt, der Reha wurde innerhalb von 4 Wochen positiv beschieden.

Das Go kam dann ende Mai 2018. Antreten konnte ich diese aber erst am 4. Oktober 2018.

Das freute mich natürlich, auch wenn es noch über drei Monate hin war.
Meinen Chef konnte sich nicht so freuen. Klar, wir sind eine kleine Firma, wenn da ein Mitarbeiter lange ausfällt, lässt sich eher schwer kompensieren.
Insgesamt war ich allein diese Jahr schon ca. 14 Wochen ausgefallen.
Ich sage aber auch, dass keiner mit mir tauschen wollen würde.

Zwischendurch hatte ich meine 3-monatlichen Tumor Nachsorge Termine im Krankenhaus. Mein Kontroll Rhythmus war wegen meines in der Lunge befindlichen „Hamatom“ verkürzt worden um bei einer eventuellen Veränderung diese im Auge zu haben. Das verstärkte meine Angst natürlich noch erheblich.

Der Druck und diese Angst je näher der Termin rückt, ist unbeschreiblich. Die Angst das doch noch Metastasen gefunden werden ist enorm. Abwechselnd sind CT und Sonographie dran. Diese Aufenthalte im Krankenhaus und das gewarte auf die Befunde ist der reine Horror.

In der MKG Ambulanz ist immer viel los, sprich stundenlanges warten im vollen kleinen Wartezimmer ist normal, trotz Termin. Dort sehe ich auch andere Patienten den es sicherlich noch schlechter geht als mir.

Ich bekam eine Situation mit, wo ich auf einem Behandlungsplatz am Ende des Flures saß, und auf meinen Venenzugang wartete. Im Behandlungszimmer mir gegen über, stand die Tür etwas offen und bekam mit, wie ein Arzt einen Patienten im wütenden Ton zusammen schiss.

Weil er weiterhin immer noch rauchte , der Arzt hatte dafür natürlich kein Verständnis und ließ seinem Unmut freien Lauf. Wutentbrannt stürmte der Arzt raus und ließ den Patienten mit seiner Frau alleine. „So kann ich Sie nicht behandeln“ Die Frau raunzte ihren Mann im gehen an:

„Siehst du, sag ich doch, hör auf zu rauchen.
Mit langen Gesichtern zogen sie davon.

Bei allen Gesprächen mit Ärzten taucht immer wieder die Frage nach dem Rauch und Alkoholkonsum auf.Ich kann nur allen raten, nicht zu rauchen.

Welchen Grund gibt es dafür? Die Antwort: weil es mir schmeckt ??

Lachhaft, völliger Quatsch es ist eine Sucht. Und die gesundheitlichen Folgen
unabsehbar.

Raucher sollen mal eine Onkologische Abteilung eines Krankenhauses besuchen und sich dort mit krebskranken Patienten unterhalten.
Ich rauche im übrigen nicht und trinke sehr selten Alkohol!

Naja, zurück zu mir.

Ich musste mir zwei Dinge eingestehen.

1. die Krankheit entzieht immer noch viel Energie
(Müdigkeit nach Krebs = Fatique)

2. ich bin gerade nicht stark und habe kaum noch Kraft.

Ich stand am Anfang eines Burn Out.In meiner Situation passte das gerade gar nicht.

Obwohl ich der Ansicht bin, dass meine Abgrenzung gut funktionierte.
Nein sagen kann gut.

Aber mein Abschalten von allen Sorgen funktioniert nicht.Ich nahm mir auch zu viele Dinge zu Herzen und bekomme diese nicht aus meinem Kopf.

Nach einigen Wochen ging ich wieder zu Arbeit. Nachdem ein neuer Kollege eingestellt worden war, konnte es nur besser werden.

Inzwischen ist auch der Finale Operation Termin fix. Es ist der 2. November 2018. Mir wird ein Stück Knochen vom Beckenknochen entfernt und dieses wird in meine Lücke des Kiefers eingesetzt, wo der bösartige Tumor entfernt worden ist.

Das passt gut, da ich meine Rehabilitation vom 4.-25.Oktober 2018 geplant ist.

So fuhr ich ohne große Erwartungen zur Reha Klinik Garder See in Mecklenburg Vorpommern. Diese lag völlig im nichts.Nur Seen, Wälder und Wiesen. Hier sagen sich Hase und Igel gute Nacht.Ich hatte die Bewertungen der Klinik gar nicht erst gelesen.
Ich war froh, dass ich zu mindestens in einigen Ecken der Klinik LTE Empfang mit meinem Smartphone hatte. Das angebotene Wlan war eher eine Schnecken Post.
Naja, egal dachte ich mir,es wird schon gehen. Und dadurch versuchte ich auch gleich mal 3 Wochen ohne Fernsehen aus zu kommen.
Ich war froh, dass ich ein geräumiges Einzelzimmer hatte. Zweckmäßig einfach.
Die Aufnahme in der Klinik ging routiniert von statten.
Am zweiten Tag bekam ich einen Stundenplan mit viel Bewegung und Sport, Ausdauer Trainings, damit meine Kondition sich verbesserte.
In dem Restaurant bekam ich einen festen Sitzplatz am Fenster zu gewiesen.
Es war ein 6er Tisch mit netten anderen Patienten.
Die Klinik teilte sich in 3 Therapie Abteilungen auf: eine Onkologische(hier war ich), eine Psychosomatische und eine Pneumologische(Lunge)Abteilung.

Hier war ich eher einer der etwas jüngeren Patienten. Viele alte stark gehbehinderte Menschen mit neuen Knie und Hüftgelenken. Viele mit Gehhilfen / Krücken. Die kamen hier kaum vor die Tür. Es gab einen Rundweg um die Klinik von 1,3 Kilometern. Aber der war jetzt auch nicht Aufregend und für viele eher eine Herausforderung. In dem großen Garten gab es einige Liegen zum verweilen, und so nutzte ich es so oft wie es mir mein Therapieplan es zu ließ, mich hier in die schöne Spätsommer Sonne zu legen.
Tagsüber gab es nur wenig freie Zeit, und Abends wurde es schon gegen 18:30 dunkel. Da wurde es dann auch schnell langweilig. Viele Möglichkeiten sich irgendwo in der Klinik aufzuhalten, gab es kaum. Hier war Platz für 300 Patienten.
Und mich mit anderen Patienten über deren Krankengeschichte zu unterhalten wollte ich nicht. Also zog ich mich auf mein Zimmer zurück und bummelte durchs
Word Wide Web.
Ich wollte mir einen Wunsch erfüllen, und zwar eine schöne neue mechanische teure Uhr gönnen.
Ich verbrachte also viel Zeit damit, mir hunderte verschiedene Uhren anzusehen.
Was ich grob suchte, wußte ich ungefähr.
Die Frage ist dann letztendlich eine finanzielle.

Das erste Wochenende allein war sehr einsam. Aber ich hatte per Fahrradträger auf meinem Auto mein E-Bike mit. Und da sich das Wetter spätsommerlich präsentierte, nutzte ich es aus und folgte meiner Leidenschaft des Geocachens hier voll und ganz.
Hier war das Angebot an Verstecken zwar eher knapp, aber mit dem Rad durch Wiesen und Wälder an schönen naturbelassenen Seen vorbei zu radeln war schön und gab mir Ablenkung von der Klinik.

Was mich traurig machte als ich den Reha Termin bekam, war dass ich an dem Geburtstag meiner Frau Kirsten nicht zu Hause zu sollte.
Das ist das erste mal in den 21 Jahren unser Beziehung.
So blieb mir nur das Telefon als Glückwunsch Übermittlung.

An diesem Vormittag hatte ich mich zwischen zwei Terminen auf das Bett gelegt und war kaputt und müde. Ich hatte nicht gut geschlafen und das tägliche Trainingsprogramm strengte mich stark an.
Mein Mobiltelefon klingelte plötzlich, ich hatte meine Brille abgelegt und konnte die Nummer nicht richtig erkennen.

Es war die Asklepios Klinik Nord in der am 2.11 meine Operation statt finden sollte.
Mir schoss der Schreck in die Glieder.
So einen Anruf hatte ich vor 6 Monaten schon einmal, wo mir mitgeteilt wurde, dass etwas in meinen Sonographie Bildern auffällig war und ich zwei Tage später in der Ambulanz zu erschein hatte.
Die machen sich kein Bild davon welche starken Ängste sich da in einem abrupt aufbauen!

Um es kurz zu machen, wurde mein schon fest geplanter OP Termin auf den 14. Januar 2019 verschoben.

Scheisse… ich plante schon einige andere Termine um diese Operation herum.

Gleich um 2,5 Monate, aber was Solls, ich kann es nicht ändern, denn andere Lebensbedrohliche Operationen gehen vor.
Das wirft alle meine Pläne über den Haufen.
Im zweiten Telefonat mit Kirsten heute, überbrachte ich ihr die schlechte Hiobsbotschaft.

Am nächste Wochenende besuchte mich Kirsten dann in der Klinik am Garder See.
Das Wetter war traumhaft für Mitte Oktober, so das wir einen schönen gemeinsamen Tag in Güstrow verbrachten.

Die letzten anderthalb Wochen bekam ich dann auch noch herum.
Der Stundenplan war bis zum letzten Tag proppenvoll.
Was hier völlig zu kurz kam war die psychologische Betreuung. Zweimal gab es einen Gruppenvortrag über Onkologische Erkrankungen von einer sehr langweiligen Therapeutin.
Keine Einzelgespräche.. schade also muss ich mit mir selbst klar kommen.
Ich habe schon wie beim ersten Krankenhaus Aufenthalt angefangen ein Tagebuch zu schreiben um mir einfach einige Dinge von der Seele zuschreiben.

Deswegen bin ich auch hier auf die Idee gekommen diesen Blog darüber zu schreiben.
Ich habe diese Seite mit WordPress gebaut.
War erstmal gar nicht so schwierig, trotz das ich es nur auf meinem iPad gemacht habtte.

Ich glaube das es mir hilft, darüber zu schreiben oder auch auch zu sprechen.
Vielleicht lesen andere an Krebs erkrankte diesen Blog und merken das Sie nicht allein sind mit ihren Ängsten und Sorgen.

Jemand der gesund ist kann sich nur ganz schwer in einen hineinversetzten
der so schwer erkrankt ist.

Ich habe ja noch viel Glück gehabt, dass es so früh erkannt worden ist und das ich keine Chemotherapie benötigte, was mir viel Leid und Schmerzen erspart hat.

Ich habe mich auch im nach hinein bei dem Kieferchirurgen bedankt, dass er so weise war und meine Probe in die Pathologie geschickt hat.

Wenn das nicht passiert wäre, hätte der Krebs viel schlimmere Folgen für mich gehabt.

Wie vorgesehen wurde ich am 25. Oktober 2018 als „arbeitsfähig“ aus der Rehabilitation entlassen.

Endlich wieder zu Hause die Frau in die Arme schließen und unsere beiden Kater schmusen und im eigenen Bett nächtigen.

Im Anschluß habe ich mir noch vier Tage Urlaub genommen.
Diese waren aber schon im vorwege voll mit verschiedenen Terminen bestückt.

Am meisten habe ich mich auf Montag den 29. gefreut. Ich hatte schon seit Monaten eine Konzert Karte für die Heavy Metal Band Powerwolf.
Diese sind eine extrem geile Liveband.

Heute haben wir am 31.10.18 in Hamburg das erste mal den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag.
Morgen ist der erste Arbeitstag…

Nun beende ich erstmal meine Geschichte und melde mich später noch einmal .

Bis dahin, gehabt euch wohl.

Gruß Andreas